Aromatherapie
Entstehungsgeschichte, Prinzipien und Theorie
Zu den uralten Heilmethoden gehört die Therapie mit Duftstoffen wie Räucherharzen, Balsame und Salböle. Die Grenze zur aromatischen Nutzung von Pflanzenextrakten für religiös-magische Zwecke und hygienisch-kosmetische Anwendungen war oft fließend. Bereits in den frühesten Aufzeichnungen der Menschheitsgeschichte (Ägypten, Babylon) werden medizinische Duftanwendungen beschrieben. Diese Tradition setzte sich in allen Kulturen fort.
Durch industrielle Herstellung wurden natürliche Riechstoffe zunächst in den Hintergrund gedrängt. Seit einigen Jahren feiern natürliche Duftstoffe durch neuere Erkenntnisse der Grundlagenforschung über Aromatherapie eine Renaissance.
Wirkung und Anwendungsbereiche
Besonders die Keim tötende bzw. wachstumshemmende Wirkung von Duftölen, ihre krampf- und schleimlösende Wirkung sowie ihre Anwendung zur Wundheilung ist in wissenschaftlichen Studien untersucht und weitestgehend bestätigt worden. Die Aromatherapie als gesundheitliche naturheilkundliche Methode sieht sich bezüglich der Schulmedizin als ergänzendes Verfahren, das an die jeweiligen Therapieerfordernisse angepasst werden muss. Sie erlangt so große Bedeutung in der Psychotherapie und Psychosomatik, wo durch Dufttests Aufschluss über den aktuellen seelischen Zustand gegeben wird und durch andere Düfte eine Umstimmung erreicht werden kann. Die Wirkung auf den Organismus erfolgt einerseits über die direkte Aufnahme der Wirkstoffe über die Haut, andererseits werden Emotionen und Stimmungslagen direkt über das Riechhirn beeinflusst. Zur Anwendung sollen möglichst unverfälschte natürliche ätherische Öle kommen. Bei diesen authentischen Ölen werden auf allen Ebenen des Individuums körperlich-seelisch-geistige Impulse ausgelöst. Je nach therapeutischem Ziel werden diese Ebenen durch verschiedene Duftstoffe angesteuert und beeinflusst.
In der modernen Naturheilkunde wird die Aromatherapie bei verschiedenen Infektionskrankheiten, hormonellen Regulationsstörungen, psychischen Störungen und Stoffwechselerkrankungen eingesetzt.
Grenzen der Methode
Einige Bestandteile der ätherischen Öle können zu Reizungen von Haut und Schleimhäuten und bei Überdosierung zu ausgeprägten Vergiftungserscheinungen führen. Bei Schwangeren können bestimmte Duftstoffe eine Fehlgeburt verursachen. Organschäden bis zum Versagen der Funktion von Niere, Leber und Lunge werden besonders bei exzessiver, unkontrollierter Zufuhr beschrieben. Auch die Wirkung auf das zentrale Nervensystem kann durch Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit durchaus unangenehme Folgen haben. Kleinkinder sollten nur unter besonderer Vorsicht der Aromatherapie zugeführt werden, da eine lähmende Wirkung auf das Atemzentrum durch z.B. Campher und Menthol beschrieben wurde. Insgesamt gewinnt die Aromatherapie in der Naturheilkunde zunehmend an Bedeutung. Sie sollte aber insbesondere im Hinblick auf die o.g. Nebenwirkungen und Komplikationen durch fachkundige Therapeuten zum Einsatz gebracht werden.
