Bewegungstherapie

Entstehungsgeschichte, Prinzipien und Theorie

Unter Bewegungstherapie verstehen wir ein Körpertraining, das die Leistungsfähigkeit des Organismus zu steigern vermag. Die Übungen reichen von Gymnastik, Gehen und Laufen bis hin zu Terrainkuren, bei den synergistisch Klimafaktoren mit einbezogen werden. Die Bewegung soll Freude machen. Dies ist auch Voraussetzung für das Fortführen der Bewegung im täglichen Leben. Wert wird bei der Bewegungstherapie auf die dynamische Muskelarbeit gelegt, statische Muskelarbeit soll vermieden werden. Das heißt Verzicht auf Gewichtheben, Liegestütze etc. Dynamische Abläufe wie alle rhythmischen Tätigkeiten, Gehen, Laufen, Schwimmen, Radfahren und Gymnastik, sollten im Vordergrund stehen.

Wirkung und Anwendungsbereiche

Bewegungstherapie

Bei der Bewegungstherapie sind keine Spitzenleistungen gefragt, sondern eine allgemeine Steigerung der Leistung des Körpers. Die richtige Dosierung der Bewegung ist wichtig. Übertreibungen schaden eher, als dass sie helfen. Der vorbeugende Charakter der Bewegungstherapie ist wissenschaftlich nachgewiesen; bei gezielter Bewegungstherapie wird auf viele Erkrankungen Einfluss genommen. Es wurde nachgewiesen, dass nach Krebserkrankungen das Immunsystem deutlich durch Teilnahme an regelmäßigen sportlichen Aktivitäten gestärkt werden kann. Die Bewegungstherapie wirkt vorbeugend gegen Schäden des Bewegungsapparats. Funktionen von Kreislauf und Lunge werden unterstützt. Regelmäßige Gymnastik baut Körperfett ab und fördert die Durchblutung. Die Bewegungstherapie ist bezüglich der Osteoporose die wichtigste Therapieform. Osteoporose-gefährdete Frauen und vor allem Patientinnen mit Osteoporose müssen regelmäßig Gymnastik betreiben. Gehen und Laufen hebt die Laune, hält den Kreislauf fit und ist zudem auch für Ungeübte geeignet. Weicher Boden schont die Gelenke, festes Schuhwerk schützt vorm Umknicken und gibt kräftigen Halt. Eine spezielle Form der Bewegungstherapie ist die Kranken- und Heilgymnastik. Bewegungsübungen im Bewegungsbad haben den großen Vorteil, dass jede Übung durch den Auftrieb im Wasser besser gelingt. Zudem stimuliert der Kältereiz die Durchblutung und die Regulation der Körpertemperatur. Bei allen degenerativen Gelenk- und Muskelerkrankungen ist die Bewegung im Wasser besonders geeignet.

Eine weitere Form der Bewegungstherapie ist die Atmungstherapie. Die meisten Menschen atmen falsch und nehmen sich dadurch viel Kraft im alltäglichen Leben selbst weg. Die Atmung hat vielerlei Funktionen. Das Zwerchfell, eine muskuläre Platte, trennt den Bauchraum vom Brustraum. Durch diese Platte laufen Gefäße vom Herzen weg und zum Herzen hin. Durch die Bewegung des Zwerchfells wird zum einen eine regelmäßige Massage der Darmanteile bewirkt – eine wichtige unterstützende Funktion bei Patienten mit chronischer Verstopfung – zum anderen werden die Gefäße massiert und damit der Blutzustrom zum Herzen unterstützt und die Vene der unteren Extremität entlastet. Daraus ergibt sich, dass besonders Patienten mit chronischen venösen Stauungen, Krampfadern und Thrombosen eine regelmäßige Anleitung zur richtigen Atmung erhalten müssen. Auch Herzpatienten können durch eine geregelte Atmung Erleichterung finden. Durch gezielte Schulung werden Atmungsübungen so durchgeführt, dass sie nicht nur Einfluss auf Krankheiten nehmen, sondern auch das gesamte Wohlbefinden verbessern können. Strecken, Dehnen und Halten des Gleichgewichts beeinflussen die Atmungsform. Die Atmungsgymnastik erhöht die Lungenleistung und erleichtert Beschwerden wie chronische Bronchialerkrankungen, Asthma, chronische Verstopfung, Herzerkrankungen.

Grenzen der Methode

Die Bewegungstherapie wurde in den letzten Jahren wissenschaftlich untersucht. Man hat festgestellt, dass unter anderem das Abhörsystem des Körpers positiv beeinflusst wird. Sowohl die allgemeine Bewegungstherapie als auch die Bewegungstherapie im Speziellen, also die Krankengymnastik und andere Formen, stellen einen wesentlichen Therapiebaustein der klassischen Naturheilverfahren dar.