Klassische Naturheilverfahren

Zu den klassischen Naturheilverfahren zählen die Wasser-, die Pflanzen-, Ernährungs-, Bewegungs- und Ordnungstherapie sowie die ausleitenden Verfahren. Die klassischen Naturheilverfahren dienen, wie auch die zu ihnen zählenden physiotherapeutischen Verfahren (Physiotherapie, physikalische Therapie) der allgemeinen Anregung und gezielten Behandlung gestörter physiologischer Funktionen mit physikalisch naturgegebenen Mitteln z.B. Wasser, Erde, Wärme, Kälte, Licht, Luft, Bewegung, Ruhe, Nahrung, Elektrizität etc. Die klassischen Naturheilverfahren umfassen mit ihren natürlichen Heilverfahren alle Maßnahmen, die die Selbstheilung und Selbstregulierungskräfte des Körpers unterstützen. Das Wort Naturheilkunde wurde erstmals 1846 von Rausse gebraucht. Die klassischen Naturheilverfahren zählen zu den wissenschaftlich anerkannten und gut bewiesenen Verfahren. Die mikrobiologische Therapie und die Neuraltherapie können noch nicht zu den klassischen Naturheilverfahren gezählt werden, da der exakt wissenschaftliche Nachweis auf diesem Gebiet trotz vieler Untersuchungen, die in den letzten Jahren durchgeführt wurden, noch nicht erbracht wurde. Die so genannten paramedizinischen Verfahren gehören zu den Außenseitermethoden, da ihre Wirksamkeit wissenschaftlich nicht belegt werden konnte. Dazu gehören die Ozontherapie, die Sauerstoffmehrschritt-Therapie, die Chelattherapie, die Elektroakupunktur, die Bioresonanzdiagnostik und Bioresonanztherapie und viele andere Verfahren. Paramedizinische Verfahren wie die Irisdiagnostik, die Astromedizin, das Pendeln, die Wünschelrute und das Handauflegen müssen von den klassischen Naturheilverfahren deutlich abgegrenzt werden. Die klassischen Naturheilverfahren zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass mit ihnen jahrhundertelange Erfahrung bestehen. Sie können im häuslichen Umfeld vom Patienten mit wenigen Ausnahmen selbst eingesetzt werden. Es handelt sich um preisgünstige Verfahren, die den Patienten nicht unnötig an einen Therapeuten binden und die nicht zu hohen finanziellen Belastungen führen. Die klassischen Naturheilverfahren sind, gerade was die Vorbeugung von Erkrankungen angeht, ideal vom Patienten einsetzbar.

Wirkung und Anwendungsbereiche

Die chronischen und Langzeiterkrankungen sind, von Erbanlagen abgesehen, auch umwelt- und verhaltensbedingt. Eine Behandlung ist nur dann dauerhaft erfolgreich, wenn bei Patienten ein gewisses Umdenken und eine Änderung des Verhaltens erreicht wird. Klassische Naturheilverfahren können gerade bei chronisch erkrankten Patienten mit großen Erfolgen eingesetzt werden.

Der Begriff “Natur” steht ganz im Gegensatz zur Zivilisation und Technik. Der neuzeitliche Mensch ist unter anderem durch seine Umwelt, die im Grunde nicht mehr seinen natürlichen Lebensbedingungen entspricht, krank geworden. Die Selbstheilungs- und Selbstordnungskräfte sind durch den Entzug dieser Bedingungen häufig geschwächt. Die natürlichen Therapien wirken über die Mechanismen Schonung, Kräftigung und Regulierung und durch Stimulation der Organfunktion.

Reiztherapien können den Körper weniger krankheitsanfällig machen und den Konsum von Medikamenten verringern. Nur ein Körper, der noch reagieren kann, kann stimuliert werden. Ist die Abwehrkraft des Körpers zu erschöpft, sind Organe oder Gewebe zerstört, ist die Reiztherapie eine zusätzliche Belastung.

Während der Schonung soll der Körper seine Selbstheilungskräfte darauf konzentrieren können, die Krankheit zu überwinden. Dies geschieht durch Reizreduktion und Ausschaltung schädlicher Einflüsse.

Während der Normalisierung klingen Überreaktionen von Körper und Seele ab. Die Abwehrkräfte beginnen, sich wieder dem gesunden Zustand anzunähern.

Zur Kräftigung wird der Körper regelmäßig mittelstarken Reizen ausgesetzt, die schrittweise gesteigert werden. Die Anpassungsarbeit des Körpers ist weder durch körperliches Training noch durch Arzneimittel unbegrenzt steigerungsfähig. Sie ist auch nur möglich, wenn der Körper Reserven hat.